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Tibetische Teppiche waren bis zum Massen-Exodus von Flüchtlingen nach dem Aufstand von 1959 ausserhalb Tibets nahezu unbekannt. Ursprünglich wurden die Tigerfelle nur von den in der Hierarchie weit oben stehenden Buddhistischen Lamas während der Meditation benutzt. Dies symbolisierte ihre Fähigkeit, wilde Impulse und starke Begierden zu beherrschen. Im frühen 19. Jahrhundert, als die Felle knapper wurden und das Mitgefühl der Buddhisten gegenüber allen Lebewesen stärker betont wurde, ersetzten stilisierte gewebte Teppiche die Tigerfelle.
Da die gewebten Teppiche mit Tiger Motiv mit hohem Status, Mut und Tapferkeit assoziiert wurden, war deren Benutzung einer bestimmten Elite und den Mitgliedern der Aristokratie als Zeichen von Macht und Autorität vorbehalten. Derartige Teppiche aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert sind sehr selten aufzufinden, weniger als 200 der original gewebten Teppiche sind bis heute erhalten geblieben. Heute jedoch nutzen tibetische Flüchtlinge ihre Fertigkeiten im Weben und produzieren Teppiche mit dem Tiger Design ausserhalb ihrer angestammten Heimat.
©2000 Smithsonian Institution, Arthur M. Sackler Gallery Design Courtesy of Tibet Carpet Center
Einige zusätzliche Hintergrundinformationen
Weitere Informationen zu Tibet kannst Du u.a. der Wikipedia entnehmen.
Die in Tibet gezüchteten Bergschafe geben eine hervorragende Wolle, aus der Vorleger, Läufer, Brücken und Teppiche geknüpft werden. Kette und Schuss sind in der Regel aus Baumwolle. Die Tibeter haben eine eingeständige Knüpftechnik entwickelt, die sich von anderen Knüpftechniken im Orient unterscheidet. Man findet jedoch auch persische oder türkische Knoten, wobei die durchschnittliche Knotendichte meist unter 1000g/m² liegt. Welche Farben findet man vor? Sehr dominant sind die Erdfarben, dazu gehören Gelb, Braun und Grün, und ausserdem kommen Rot (Krapp) und Indigo (Blau) häufig vor. Die Muster neuerer Teppiche zeigen einen starken mongolischen Einfluss. So findet man u.a. Drachen, Lotuspflanzen und -blüten sowie den Schneelöwen, während ältere Muster wie der Donnerkeil, Pfeil und Speer oder die Ratte immer seltener erscheinen. Heutzutage werden die Teppiche in Tibet unter chinesischer Führung gefertigt und verkauft. Deshalb findet die meiste Auftragsfertigung für den Handel in Nepal statt, und diese Kunstwerke gibt es heutzutage auch in grösseren Abmessungen.
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